Im Interview mit einem Hamburger Kita-Caterer

Home KitaIm Interview mit einem Hamburger Kita-Caterer
7F07E49F-56E4-4318-BB4E-4A76A24B524E

Im Interview mit einem Hamburger Kita-Caterer

Keine Kommentare

Das Thema Ernährung unserer Kleinen liegt uns Mamas besonders am Herzen. Spätestens mit dem Start in den Kindergarten setzen wir uns damit auseinander. Als es um die Wahl der Kita meines Sohnes ging, habe ich mich im Internet über die verschiedensten Versorgungsmodelle der Kitas im Umfeld informiert. Dabei ist mir ein Kita-Caterer besonders ins Auge gefallen…

 

MEIN GESPRÄCHSPARTNER: DER PARTYSERVICE LEMKE

Ja, ihr habt richtig gehört Partyservice! Die Bezeichnung hat mich im ersten Moment auch ganz schön irritiert. Als Partyservice bezeichnet sich das Unternehmen, weil es seinen Ursprung in diesem Bereich hat. Doch auch wenn der Name in die Irre führt, sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Idee dahinter neuartig ist.

Herr Lemke, der Inhaber des Caterers, hat mir Rede und Antwort gestanden und ich muss sagen, dass ich von seiner Arbeit sehr beeindruckt war. Die Idee neben dem Partyservice auch Kindergärten und Schulen zu beliefern, entstand vor ungefähr sechs Jahren, als sein Sohn in den Kindergarten ging. „Auffallend schlecht“ war laut Herrn Lemke das Essen in der Kita Heiligkreuz in Volksdorf und so dachte er sich, dass muss auch „anders und vor allem besser gehen“. Ein ganz schön gewagter Plan, denn mit einer Kita-und Schul-Versorgung sind viele Richtlinien verbunden und außerdem handelt es sich nicht um ein sehr lukratives Geschäft.

In Zusammenarbeit mit der Kita Heiligkreuz entwickelte der Partyservice Lemke einen Wochenplan für die Kinder. Angefangen mit der sogenannten „Klassik Linie“, bietet der Caterer heute 4 Linien über 6 Wochen an. Diese nennen sich Klassik-, Vegetarisch-, Vollwert- und DGE-Linie. So kann sich jeder Kindergarten zwischen den genannten Linien für seine Gruppen die besten Gerichte aussuchen.

 

DIE KITA ESSENS-KONZEPTE – COOK-AND-HOLD, COOK-AND-CHILL UND DAS PFANNENSYSTEM

Was unterscheidet das Unternehmen von anderen Kita-Versorgern? Ganz klar, das Prinzip der Aufbereitung des Essens. Während viele Kita-Belieferer auf „Cook and Hold“ oder „Cook and Chill“ setzen, führt Lemke das sogenannten Pfannensystem ein und ermöglicht somit fast jeder Kita frische Küche.

Konkret heißt das, dass das Essen bis zu 90% schonend fertig gegart und dann auf 3 Grad runtergekühlt wird. Danach wird das Essen kalt in den Pfannen zu den Kitas geliefert. Mittels handelsüblicher Steckdose wird das Essen in der Kita zu Ende gegart. Waren die Kitas bisher bei „Cook and Chill“ abhängig von einer großen Küche mit Konvektomaten, reichen nun einige Steckdosen. Und viel besser, die Kitas die aus Platzgründen bisher auf „Cook and Hold“ setzen, haben jetzt eine echte Alternative.

 

DIE FRISCHE KITA KÜCHE – WOHER KOMMT DAS ESSEN?

Der Vorteil, das Essen vorher nicht fertig zu Ende zu garen, ist laut Hr. Lemke, dass weniger Vitamine und Nährstoffe verloren gehen – „der Brokkoli bleibt grün und wird nicht oliv“. Alle Bestandteile eines Gerichts werden in den jeweiligen Pfannen separiert, sodass die Kindergärten flexibler auf die Wünsche der einzelnen Kinder eingehen können.

Das Konzept ist innovativ, aber wie sieht es mit den Produkten selbst aus habe ich mich gefragt. Partyservice Lemke arbeitet mit Großhändlern wie Edeka und Selgros zusammen. Frisches Obst erhält der Caterer täglich vom Alsterdorfer Fruchthaus. Und natürlich gibt es auch Tiefkühlware. Die TK-Ware kommt von Elbfrost. Dabei handelt es sich vorwiegend um frittierte Produkte wie Nuggets oder auch Reis. Reis – Kein Scherz! Laut Herrn Lemke kann so eine gleichbleibende Qualität gesichert werden und ist nicht vom Verliebtsein des Koches abhängig.

 

IN DER KITA KÜCHE IST KREATIVITÄT GEFRAGT

Interessant fand ich zudem die Soßenherstellung bei dem Partyservice. Hier wird keine hausfrauenübliche Mehlschwitze gemacht, denn dies könnte Allergien bei den Kindern auslösen. In Kooperation mit der Firma Wela werden die Soßen auf Basis von Gemüsebrühe hergestellt. Von so viel Kreativität kann sich so manch anderer Kita-Caterer noch inspirieren lassen. Auch Lemke weiß, dass die Kita- und Schulversorgung sich weiter entwickeln wird und so probiert er schon neue Konzepte aus, wie ein Buffet in einer Bergstedter Schule.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die Offenheit und die klaren Worte von Herrn Lemke bedanken. Es war sehr beeindruckend zu sehen, was alles hinter einem Kita-Versorger steckt und mit viel Leidenschaft er sein Unternehmen vorantreibt. Sein Konzept scheint aufzugehen – mittlerweile beliefert er 17 Kindergärten und 11 Schulen und es werden immer mehr.

Als Mama kann ich an dieser Stelle nur sagen, informiert euch über die Zubereitung und Herkunft des Essens in eurer Kita. Wenn euch das Thema genauso sehr am Herzen liegt wie mir und ihr auch zu Hause auf frisches Essen achtet, dann lohnt sich eine Recherche. Es gibt wirklich große Unterschiede. Viele Kitas sind selbst unzufrieden mit dem Essen und daher auch dankbar über alternative Vorschläge.

 

Elisa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.